Name: Niklas Schüssler
Uni/Team: University of North Florida
Liga: NCAA D1
Vorherige Vereine: Eintracht Frankfurt
Studiengang: Business Administration
Auszeichnungen:

  • Atlantic Sun Conference Academic All-Conference (2016)
  • Atlantic Sun Conference Academic Honor Roll (2015)
  • Atlantic Sun Conference Academic Honor Roll (2014)
  • Atlantic Sun Conference All-Freshmen Team (2013)
  • Atlantic Sun Conference Academic Honor Roll (2013)

 

Es ist Mitte November und meine Zeit in den USA neigt sich dem Ende zu. In etwa 4 Wochen werde ich mit einem Bachelor of Business Administration in der Tasche in den Flieger zurück nach Deutschland steigen. Dreieinhalb Jahre war ich dann an der University of North Florida – eine unvergessliche Zeit.

Niklas Schüssler spiel bei der University of North Florida
Niklas Schüssler – University of North Florida

Angefangen hat alles, als ich im Alter von 12 Jahren von meinem Heimatverein Alemannia Haibach zur Eintracht nach Frankfurt gewechselt bin. Von der U13 bis einschließlich der U19 habe ich alle Jugendmannschaften durchlaufen und hatte lange Zeit auch das Ziel es anschließend in den Profibereich zu schaffen. Der größte Erfolg in dieser Zeit war sicherlich der Gewinn der deutschen U17 Meisterschaft 2010. Mit dem Profi-Fußball ist es leider nichts geworden und nach dem letzten Jahr in der U19 wechselte ich zurück zu meinem Heimatverein in die Bayernliga. Zur selben Zeit fing ich an der Hochschule Aschaffenburg an Betriebswirtschaft zu studieren. Schnell wurde mir jedoch klar, dass es das nicht gewesen sein kann und ich informierte mich über ein Fußballstipendium in den USA. Schon zu meiner Zeit bei der Eintracht wurde bei DFB-Lehrgängen Werbung für die Option Fußballstipendium gemacht. Während meinem Jahr in der Bayernliga und 2 Semestern an der Hochschule in Aschaffenburg fing ich in Zusammenarbeit mit MZTA an, Vorbereitungen für einen Wechsel über den großen Teich zu treffen. Anfangs erschien alles erst einmal ziemlich viel und kompliziert, doch mit Hilfe von Martin und MZTA ging der ganze Prozess einfacher als erwartet und ehe man sich versah, stand ich in Kontakt mit verschiedenen Universitäten aus den USA. Einige Coaches kamen sogar zu verschiedenen Bayernliga-Spielen nach Deutschland, um sich persönlich von meinen Qualitäten zu überzeugen. Andere wiederum studierten mein Highlight-Video, das ich aus verschiedenen Clips zusammengeschnitten und auf Youtube hochgeladen hatte. Je besser man sich den Coaches verkauft und je schneller und erfolgreicher man die Vorbereitungen und verschiedenen Tests absolviert, desto größer stehen die Chancen, an eine geeignete Uni zu gelangen.

Am Ende habe ich mich für das Angebot von der University of North Florida entschieden und ich habe es definitiv nicht bereut. Die Coaches hatten mich mit einem tollen Gesamtpaket überzeugt und mir erklärt, dass sie einen Neustart planen und das Team zu einer festen Größe im College Fußball formen wollen, denn bevor ich mich der UNF anschloss, schnitt das Team eher unterdurchschnittlich ab. Zusammen mit mir kamen viele neue Spieler und schon im ersten Jahr standen wir im Finale unserer Conference, welches wir unglücklich verloren. Das Highlight folgte dann in meinem dritten Jahr, als wir unsere Conference gewannen und somit zum ersten Mal in der Geschichte der Universität am nationalen Turnier der besten 48 Teams – den NCAAs – teilnahmen. In meinem letzten Jahr waren wir zwischenzeitlich in den Top 25 der USA geranked und haben wieder eine solide Saison gespielt. Zum jetzigen Zeitpunkt steht noch nicht fest, ob wir es wieder zu den NCAAs schaffen werden. Nichtsdestotrotz, alles in allem war es sportlich gesehen eine erfolgreiche Zeit, in der ich sehr viele wertvolle Erfahrungen gesammelt habe. Einer meiner ehemaligen Mitspieler steht mittlerweile sogar bei den Chicago Fire in der MLS unter Vertrag und ich bin überzeugt, dass das Team der UNF den eingeschlagenen Weg fortsetzen wird.

Niklas Schüssler - Collegefussball USA
Niklas gegen Florida International University aus Miami

Neben der sportlichen Geschichte hat mich die Zeit in den USA auch persönlich sehr weitergebracht. Man kommt zweifellos viel herum, trifft die unterschiedlichsten Leute aus der ganzen Welt und schließt Freundschaften, die hoffentlich ein Leben lang halten werden. Trips nach Miami, New York City, Nashville oder Colorado sind nur Ausschnitte von dem, was ich in diesen dreieinhalb Jahren erleben durfte. All diese Erfahrungen sind mit Geld nicht zu bezahlen und deshalb rate ich jedem ambitionierten Spieler in Deutschland, die Option Amerika in Betracht zu ziehen, falls es mit dem Profisport nicht auf Anhieb funktionieren sollte. Außerdem hat man hier in den Staaten noch immer die Möglichkeit auf einen Profivertrag, ob in der MLS oder anschließend wieder in Deutschland. Die Bedingungen hier stehen dieser Entwicklung auf jeden Fall nicht im Wege. Trainingsbedingungen und die komplette Betreuung sind sehr professionell und machen es möglich, sich auch hier als Spieler weiterzuentwickeln.

Ganz persönlich kann ich nur positiv von meiner Zeit an der Uni berichten. Wir hatten ein tolles Team mit einem starken Zusammenhalt, gute Coaches und das ganze Jahr über ein tolles Programm. In der Off-Season im Frühjahr haben wir uns auch einige Male gegen Profimannschaften wie z.B. Philadelphia Union messen können. Auch das Uni-Leben abseits vom Fußball lässt keine Wünsche offen. Schnell lernt man die Sprache und als Sportler wird man sehr gut in verschiedenste Kreise aufgenommen. Natürlich darf nach einer erfolgreichen Saison auch mal gefeiert werden, dafür ist ja vor allem der Spring Break bekannt.

Das Niveau des Studiums in den USA ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase für deutsche Studenten definitiv nicht zu schwer und falls man doch mal in einem Kurs straucheln sollte, stehen viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um neben der Vorlesungszeit noch ein wenig vom Lernstoff aufzuholen. Einem guten Abschluss steht also nichts im Wege.

All das spricht für einen Studienaufenthalt in den USA und mit der Unterstützung von MZTA findet jeder Spieler die richtige Universität. Ich persönlich kenne keinen College-Spieler aus Deutschland, der seine Entscheidung bereut hat und kann es deshalb wirklich jedem nur empfehlen.