Name: Max Hasenstab
Uni/Team: Winthrop University
Liga: NCAA D1
Vorherige Vereine: SV Wehen Wiesbaden
Studiengang: Business Administration
Lesenswertes:

Mein Name ist Max Hasenstab, ich bin 23 Jahre alt, 93’Jahrgang, spiele und studiere seit August 2013 für Winthrop University in South Carolina.  Bevor ich im Sommer 2013 in die USA bin, habe ich vier Jahre beim 1.FSV Mainz 05, und zwei Jahre beim SV Wehen-Wiesbaden gespielt. In meiner Zeit bei Mainz 05 habe ich im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) U-15, U-16, U-17, und U-19 durchlaufen. Mainz 05 hat eines der besten NLZ’s in ganz Deutschland und die Grundausbildung war echt super. In meinem ersten Jahr in der A-Jugend habe ich in der U-19 Junioren Bundesliga gespielt. In der U-19 Bundesliga Saison habe ich im Team mit Shawn Parker und Eric Durm als Stürmer gespielt. Von den beiden habe ich definitive einiges lernen können. In meinem ersten Jahr im Herrenbereich habe ich dann bei der zweiten Mannschaft (U-23) bei Wehen-Wiesbaden in der Hessenliga gespielt, bevor ich mich entschlossen habe, meine Fußballlaufbahn in den Staaten fort zu führen.

Anfangs wurde ich von einer großen Agentur beraten, allerdings habe ich über einen Freund im Team von Martin Zaluk und seiner Agentur mitbekommen. Daraufhin bin ich dann, glücklicherweise, zu MZTA gewechselt, welche ausschließlich die besten Fußballer an Unis in die USA vermittelt. Die Beratung und der Vermittlungsprozess waren sehr gut. Martin war immer sehr hilfsbereit und konnte mir bei sämtlichen Bewerbungsschritten weiterhelfen. Martin und ich sind regelmäßig in Kontakt und man kann ihn immer ansprechen, wenn man Fragen hat. Auch während des Studiums in den USA bleibt die Verbindung erhalten. Ich kann MZTA nur weiterempfehlen.

Nachdem ich mehrere konkrete Angebote von guten Unis bekommen hatte, habe ich mich letztendlich für Winthrop University in dem Bundesstaat South Carolina entschieden. Ausschlaggebend dafür waren die erfolgreiche Geschichte des Fußballprogramms und ein sehr gutes Stipendiums Angebot. Als Winthrop University spielen mein Team und ich auf Division 1 Level in der Big South Conference (Liga). Nachdem die Conference 2012 das letzte Mal gewonnen wurde, haben wir den Erflog letztes Jahr wiederholt (Erster in der Liga und Sieg im Liga-Turnier) und haben uns für das nationale Turnier (NCAA College Cup) qualifiziert. Das Gewinnen zweier Titel in 2015 war eines meiner besten Erlebnisse als Fußballer. Leider wurde ich im Februar dieses Jahrs am Knie operiert und konnte deshalb diese Saison nicht spielen. Meine Uni hat alle Behandlungskosten übernommen, da ich mich in einem Spiel verletzt hatte. Grundsätzlich wird sich um Athleten sehr gut gekümmert, allerdings ist die Art der Behandlung der Physios anders als in Deutschland (zumindest an meiner Uni). Es wird sehr wenig manuell behandelt, die Behandlung ist eher technisch/maschinell-fokussiert. An meiner Uni wird z.B. nicht massiert. Ansonsten ist der Physioraum sehr professionell ausgestattet – Eisbad, Blackrolls, Stretching Bänder, STEM und vieles mehr.

Generell bin ich sehr zufrieden mit meiner Entscheidung in den Staaten Fußball zu spielen und gleichzeitig zu studieren. In Deutschland ist es oft schwer, Studium und Fußball zu vereinen. Grundsätzlich ist das Level in Deutschland natürlich höher, deshalb muss man sehen, dass man an eine gescheite Uni vermittelt wird, an der das Fußball Programm gefördert wird und gute Spieler spielen. Aus diesem Grund sind “Deutsche” oder auch andere Europäer gerne gesehen und dementsprechend wird recruited. Mir persönlich hat der Schritt in eine komplett neue Welt viel gebracht. In Bezug auf den Fußball habe ich ein ganz neues Selbstverstrauen entwickeln können, das mir geholfen hat, treffsicherer zu sein. Generell fühlt es sich einfach gut an, wenn auf einen gebaut und vertraut wird und man frei aufspielen kann. Da in den Staaten auch mehr im Kraftraum gearbeitet wird, habe ich körperlich auch zulegen können. Allerdings muss man sehen, dass das Krafttraining nicht überzogen wird, da manche Krafttrainer wenig mit Fußball am Hut haben.

Ausrüstung, Trainingsklamotten, Spiel- und Trainingsplätze sind top und fast vergleichbar mit einem Profi-Team in Deutschland (da sparen die Amis nicht). General gleicht der Tages- bzw. Wochenablauf eher dem eines Profis als einem Studenten, da studiumstechnisch alles auf “Soccer” abgestimmt ist und man als “Student-Athlete” leichte Vorteile gegenüber den normalen Studenten hat. Da der Uni-Sport in den USA einen sehr hohen Stellenwert hat, macht es Spaß, meine Uni zu repräsentieren und Ansehen zu genießen. Alle Conference (Liga) Spiele werden normalerweise im Internet per Livestream gezeigt und die Finalspiele, inklusive dem NCAA National Tournament, werden dann sogar im TV auf Sportsendern ausgestrahlt. Die Saison ist leider sehr kurz und intensiv. Man kann sich kaum erlauben, verletzt zu sein, da man ansonsten viele Spiele in einem relativ kurzen Zeitraum verpasst. Der Spielrhythmus ist wie gesagt sehr intensiv und man hat viele “Englische Wochen.” Daher ist die Saison schon anspruchsvoll und man muss sich auf Fußball und Studium allein konzentrieren.

In Bezug auf alles andere außerhalb Fußballs bin ich auch zufrieden. Man lernt viele neue Leute kennen und lernt sowohl gute als auch harte Zeiten zu durchleben. Im Ausland, weit weg von der eigenen Familie und besten Freunden, fällt es vor allem anfangs nicht immer leicht, den ganzen Stress zu bewältigen. Man wird gefordert, auf dem Platz und im Studium, daher ist der Alltag oft stressig. Ein guter Freundeskreis ist daher von Anfang an enorm wichtig. Allerdings lernt man mit der Zeit dazu, mit dem Stress umzugehen und wie man “Challenges” bewältigt. Deshalb kann ich sagen, dass ich mich auch persönlich weiterentwickelt habe. Ein Studium in den USA, nicht nur im Bezug auf den Sport, sondern auch im allgemeinen Leben, macht daher Spaß und hilft einem in vielen Lebensbereichen und –Situationen.

An meiner Uni haben wir sehr viele “international students,” das heißt, die Leute sind sehr vielfältig. Man lernt viele neue Leute aus verschiedenen Ländern kennen und wird “weltoffener.” Ich persönlich habe neue Freunde aus Italien, Spanien, Honduras, und England. Es ist cool, dass sich alle in Englisch verständigen können. Ich finde, dass man erst richtig Englisch lernt, wenn man eine Zeit lang in einem englischsprachigen Land lebt. Deshalb sehe ich das Lernen der Sprache Englisch– Schreiben, Sprechen, Verstehen – als weiteren Vorteil des Auslandstudiums in den USA. Hauspartys und Trips mit dem Partybus sind natürlich auch einmalig und nicht zu vergleichen mit dem Feiern in Deutschland. Das warme Klima hier in South Carolina ist ein weiterer Pluspunkt. Als Nachteil würde ich vor allem das Essen sehen, das eher ungesund ist, und dass man immer auf ein Auto angewiesen ist. Des Weiteren, kann man nicht “mal schnell heimgehen,” man muss auch manchmal schlechtere Zeiten durchleben können. Ein Studium in den USA ist sehr teuer, daher sollte man ein sehr gutes Stipendium bekommen, um hohe Kosten zu vermeiden.

Grundsätzlich kann ich ein Studium in den USA nur empfehlen. Man reift als Person und als Spieler. Man kann, wenn man fokussiert bleibt, sich gute Chancen auf den Profibereich im Fußball erarbeiten. In vier Jahren als “Student-Athlete” hat man genug Möglichkeiten, sich zu zeigen und MLS (1.Liga) oder USL (2.Liga) Teams zu empfehlen. Im Gegensatz zu Deutschland bietet der College Sport in den USA ein gutes Sprungbrett zum Profibereich. Ein engagiertes Verhalten und konstant gute Leistungen auf und neben dem Platz sind allerdings Grundvoraussetzung, um sich den Traum als Profifußballer am Leben zu erhalten.